:: liviurebreanu12




Und wieder schaust du auf diese Tür, hinter der, und auch davor, du oft genug geglaubt hast, Teil eines Publikums zu sein.
Und eine summende Biene hörst du und die Sonne spürst du auf deiner Haut.
Und die Vögel sitzen im verschnittenen Wein, wo sie schon immer saßen.
Und du weißt nicht, wann du aufgehört hast, hier zu sein, hier und nirgendwo sonst, ob du vielleicht noch niemals hier gewesen bist, ja, ob du einmal hier gewesen bist, so ganz ohne unruhig zu sein, ohne wieder fort zu wollen und vollgestopft mit Wehmut, wenn du dann doch gegangen bist und dann jedes Mal dachtest, dass es das letzte Mal sein könnte, dass du vielleicht, wahrscheinlich, ja bestimmt, und warum denn nicht, wieder kommen und wieder gehen wirst.
Und du beginnst, wie jedes Mal, zu putzen.
Und dann räumst du auf, und versuchst dich zu erinnern, wenn du in die Ecken siehst und über die Astlöcher des alten Holzfußbodens streichst und aus den Ritzen zwischen den Dielen nach der Vergangenheit pulst.
Und du weißt nicht, warum, und du glaubst für einen Moment, vergessen zu haben, warum du morgen fahren wirst.
Und dann trittst wieder auf die Veranda und der Wein wirft kaum einen Schatten.
Und nebenan bellt ein junger Hund, den du nicht kennst.
Und die Katzen, die sich nächtelang gnadenlos ineinander verbissen haben, und dann zu dir kamen, um ihre Flöhe zu verteilen, um dich dann doch anzustarren, als seist du ein Fremder, und sie einen Moment innehielten und schließlich über die Veranda auf das Dach des Nachbarhauses flitzten, hast du schon Jahre nicht mehr gesehen.
Und im nächsten Moment hörst du einen Kauz, und du denkst, was macht der Kauz denn hier, und das Signal der Züge, die in den Bahnhof einfahren, und meckernde Spatzen, und dann auch das Summen der Bienen unten am Strauch.
Und die Sonne spielt wieder mit deiner Haut und du schaust nach oben und legst die Stirn in Falten.
Und du wartest und glaubst, dass du kaum je etwas anderes besser konntest, ja, nie etwas anderes gemacht hast, als zu warten. Und du wartest auf den Nachmittag, den Abend, die Nacht. Du wartest bis zum nächsten Morgen, um dann doch wieder, wahrscheinlich, denkst du, wie immer, doch dieses Mal definitiv, zu gehen.



Kommentare

  1. Gratulation zu Karl!
    Möge er wie die Wale sicher und kraftvoll durch die Lebensmeere gleiten.
    (Wessieinflüsse durch Hilde minimieren!)

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